Donnerstag, 6. Dezember 2007

Nikolaus

Heute war doch tatsächlich der deutsche Nikolaus zu Besuch hier in Cork. Um meinen Kollegen hier deutsche Traditionen näher zu bringen, hatten wir den Nikolaus hier ins Center bestellt, damit er den Iren, Schotten, Engländern, Franzosen, Italienern, Holländer, Polen, Lithauern, Indern und nicht zuletzt auch den wenigen Deutschen Süßigkeiten bringt. Natürlich haben nur diejenigen was bekommen, die auch wirklich brav waren. Mit dem Knecht Rupprecht hat das noch nicht ganz so geklappt, der hatte leider keine passenden Klamotten. Und der Knecht Ruprecht war sogar ein Totalausfall – der hatte nämlich ganz wichtige Meetings…


Die meisten dieser anderen Kulturen kennen ja nur den Santa Claus – und der kommt ja bekanntlich an Weihnachten. Ganz schön schwierig, den Leuten hier beizubringen, dass der Santa in Deutschland Nikolaus heißt und schon Anfang Dezember kommt. Und dass es dann an Weihnachten trotzdem noch mal Geschenke gibt. Ein paar haben sich dann auch tatsächlich beim „Niklas“ bedankt – aber die meisten blieben doch bei dem für sie herkömmlichen „Thanks, Santa“.

Nach getaner Arbeit erst mal ausruhen am Kaminfeuer:


Samstag, 1. Dezember 2007

Cinderella

Also entweder hab ich als Kind beim Märchen von Aschenputtel nie richtig zugehört (zugegebenermaßen war ich ja eher der Rapunzeltyp) oder aber wird die Geschichte in englischsprachigen Ländern leicht abgeändert erzählt. Erfahren hab ich das letztes Wochenende auf einer Party. Mein Kollege Barry hat mir die ganze Zeit erzählt, dass er um Mitternacht daheim sein muss, weil er es seiner Frau versprochen hat und sich ansonsten in einen Kürbis verwandeln würde („I’m going to turn into a pumpkin“). Dazu muss man wissen, dass die Iren es lieben, sich möglichst eloquent und blumig auszudrücken. Aber weil er das die ganze Zeit erzählt hat, hab ich halt dann doch mal nachgefragt und erfahren, dass dieses geflügelte Wort aus dem Märchen von Aschenputtel stammt, wo sich um Mitternacht Kürbisse in Kutschen verwandeln – oder umgekehrt?

Apropos: Barry hat uns natürlich nicht im Stich gelassen und bis um 3 Uhr am Morgen kräftig mit uns getrunken. Dabei hat er weder die Form eine Kürbis angenommen, noch hat ihn seine Frau mit dem Nudelholz empfangen – obwohl sie anscheinend wach war als er heim kam (sie meinte dann aber nur, dass sie ja nun endlich schlafen könne…). Übrigens ist Barry unser wahrscheinlich ältester Mitarbeiter (schätzungsweise um die 55) und so etwas wie unser Maskottchen, weil er so eine unglaubliche Lebensfreude ausstrahlt.

Old Head of Kinsale

Letzte Woche sind wir (bereits zum wiederholten Male) zum Old Head of Kinsale gefahren, um diesen sagenhaften Ort zu erkunden.


Zwar ist der tatsächliche Old Head of Kinsale leider seit 1997 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich (weil ein Amerikaner das ganze Land gekauft und zu einen exklusiven Golfclub umfunktioniert hat), aber schon der Ausblick von der Steilküste vor dem Old Head auf den Old Head ist grandios.


Nicht auszumalen wie es wohl wäre, dort eine Runde Golf zu spielen… Wahrscheinlich wüsste man gar nicht, ob das Golfen tatsächlich das Wichtigste ist oder doch eher die spektakuläre Landschaft, die förmlich danach schreit, fotografiert zu werden! Unbedingt diesen Link hier auschecken – so sieht der Old Head of Kinsale aus der Vogelperspektive aus.

Eine Mitgliedschaft in dem exklusiven Golfclub ist nicht bezahlbar – und wenn dann würde man erst mal Jahre auf der Warteliste verbringen. ABER: Man kann sich ein Green Fee für eine Runde kaufen. Kostet nur 295 Euro. Eberhard, Mike, das heb ich mir für euch auf! Ich denke, das darf man sich nicht entgehen lassen.

Mittwoch, 28. November 2007

Haustiere – Teil 5 – Die Krähe

Krähen gibt es hier zuhauf (das Bild unten zeigt ein paar Exemplare). Laut meiner Mutter sind das sehr nützliche Tiere, weil die auch (tote) Mäuse essen. Laut Michaela sind diese Vögel aber auch für die manchmal unheimlichen, weil (bisher) undefinierbaren Geräusche zuständig, die von Zeit zu Zeit aus unserem offenen Kamin kommen. Denn wenn sich eine solche Krähe auf dem Kamin niederlässt – wahrscheinlich weil es dort so schön warm ist – und sich die Zeit mit ein bisschen Krähen vertreibt, dann kräht es auch aus unserem Kamin. Vermischt mit dem Knistern des Holzes kann sich das durchaus anhören wie ein echtes irisches Gespenst.

Haustiere – Teil 4 – Die (tote) Maus

Nach über einer Woche hatten wir heute früh wieder einen Erfolg zu vermelden. Mit stinknormaler spanischer Salami haben wir ein Mäuschen angelockt und es - zack – sauber erlegt. DIESE Maus hatte keine Zeit mehr von Spanien zu träumen, die war sofort tot – glatter Genickbruch! Der stolze Jäger bzw. Fallensteller hat die Trophäe dann auch gleich durchs Haus getragen und den Krähen (siehe Teil 5) zum Fraß vorgeworfen.



Samstag, 24. November 2007

Haustiere – Teil 3 – Die Maus

Auf dem Land gibt es Mäuse. Das ist nicht wirklich überraschend. Aber scheinbar doch sehr unangenehm, wenn man sie permanent in den Wänden und Decken trippeln hört. Ich muss mich hierbei auf Informationen von Michaela berufen, denn ich höre natürlich nichts. Und weil das so nervig ist – und weil es sicherlich angenehmere Mitbewohner gibt als Mäuse – wurde ich mit der Lösung des Problems beauftragt. Kein Problem für ein Landei wie mich. Schließlich habe ich in meiner Kindheit zig Mäuse gefangen. Und da wir mit unserem Haus auch eine Mausefalle gemietet haben, schritt ich zur Tat. Stolze Bilanz nach 24 Stunden: 2 mausetote Mäuse, die ich übrigens den Kühen zum Fraß vorwarf (essen die überhaupt so was?). Das war letztes Wochenende. Seither tanzen uns die verbliebenen Mäuse ein bisschen auf der Nase rum. Sie fressen wahlweise französischen Käse oder spanische Salami von der Mausefalle, ohne dass diese zuschnappt. Gestern haben wir von einer Kollegin den hoffentlich entscheidenden Tipp bekommen: Schokolade! Darauf stehen die Viecher und damit klappt es bestimmt. Schaun mer mal!

Beruhigend war übrigens der Kommentar einer anderen Kollegin: „Ihr habt Mäuse im Haus? Das ist doch gut, dann habt ihr schon keine Ratten.“ Denn anscheinend verstehen sich Mäuse nicht sonderlich mit Ratten. Na dann hoffen wir doch mal, dass wir uns nicht das nächste Problem ins Haus holen, indem wir das erste lösen...

Haustiere – Teil 2 – Der Hund


Dann war da der Hund. Generell laufen hier Hunde frei herum, denn es gibt ja hier draußen auch nur wenige Straßen. So kann es schon mal passieren, dass die Nachbarshunde mal kurz vorbeischauen und sich dann ein bisschen in unseren Garten legen. Irgendwann haben sie dann genug oder Heimweh und trollen sich wieder. Einer war aber besonders anhänglich. Den haben wir auf unserer Erkundungstour vor 2 Wochen bei einem Bauernhof getroffen. Er hat sich riesig über unseren Besuch gefreut und hat uns dann auf dem gesamten Spaziergang bis zur Steilküste begleitet. Wir dachten, er sieht aus als würde er Benny heißen und riefen ihn bei diesem Namen. Er wollte dann am Ende sogar mit ins Haus, was wir dann aber doch dankend abgelehnt haben. Benny blieb noch ein bisschen vor der Tür sitzen, hat sich dann aber wohl doch für seine sicherlich wärmere Hundehütte zuhause entschieden. Und das war auch gut so, denn kurzfristig hatten wir schon darüber nachgedacht, ihn zu adoptieren. Jetzt freuen wir uns eben, wenn wir ihn das nächste Mal treffen.