Mittwoch, 2. Januar 2008

Öl alle

Kaum hatten wir erstmals das Haus voller Gäste, ist auch schon das Öl alle! Da konnte nur noch einer helfen: Plumber John! Ein Anruf und 3 Minuten später stand er vor der Tür, um uns vor dem Kältetod zu retten. Na gut, so schlimm wär’s wahrscheinlich nicht gekommen, schließlich haben wir ja noch unseren offenen Kamin. Aber die Dusche morgen früh wäre wahrscheinlich nicht wie bisher lauwarm, sondern saukalt ausgefallen. Weswegen Plumber John schon eine Art Retter in der Not war. Zwar könnte man aufgrund dieser extrem schnellen Reaktionszeit vermuten, er würde einen Fledermausumhang tragen, tatsächlich handelt es sich aber nicht um einen fliegenden Superhelden, sondern nur um unseren nächsten Nachbarn. Der wohnt zwar auch immerhin 150 Meter Luftlinie entfernt, aber das ist auch für einen netten Nachbarn und Bruder unseres Vermieters zu schaffen – er kam übrigens mit dem Auto. Auch irische Klempner haben kein Ersatzöltank auf der Ladefläche, weshalb er nur den Öltank kippen konnte, um uns zumindest heute Nacht ein bisschen Wärme und morgen Früh eine warme Dusche zu sichern. Und es scheint zu funktionieren. Die Heizung funktioniert zumindest schon wieder. Und Plumber John, unser Held, scheint auch den richtigen Knopf gefunden zu haben, um uns vielleicht endlich richtig heiße, anstatt nur warme Duschen zu ermöglichen. Möglicherweise können wir in Zukunft sogar heißes Badewasser einlassen und können uns das Nachfüllen des Badewassers mit dem Wasserkocher sparen. Aber wir wollen ja nicht gleich übertreiben. Vorerst tut’s uns auch eine funktionierende Heizung.

Dienstag, 1. Januar 2008

Silvester – Teil 4

An Silvester ließen wir es noch mal ganz ruhig angehen und spielten nach dem ausgiebigen Frühstück erst mal einen gepflegten „Siedler“. Am Abend wurde dann zu sechst geschnippelt, gekocht und gebrutzelt. Als Silverstermahl hatten uns Andi und ich am Vormittag unter fachkundiger Beratung des Metzger’s von Kinsale eine voluminöse Lammkeule als Haupt- sowie gefüllte Hähnchenfilets im Speckmantel ausgesucht. Die Starköche aus Portland zauberten dann unter Beihilfe von Schwaben, Schweizern und Iren ein wahrhaft würdiges Festmahl. Um Mitternacht deutscher Zeit begrüßten wir das neue Jahr mit Wunderkerzen, wogegen wir das irische neue Jahr mit Champagner willkommen hießen.

Leider war dann auch bald schon alles vorbei, denn unsere Gäste mussten am Neujahrstag leider schon um 9 Uhr am Flughafen einchecken. Und jetzt kommt uns unser Haus ganz leer vor…

Silvester – Teil 3

Am Sonntag war uns das Wetter so wohl gesonnen, dass wir vom Highfield aus ans Meer, von dort zum Bulman (wo wir den besten Platz im ganzen Pub hatten – direkt am offenen Kamin) und weiter zum Spaniard (dort gab’s zur Stärkung einen echten irischen Whiskey für die Jungs und Bailey’s für die Mädels) und schließlich ins White House (Seafood und Wein) wanderten, wo wir schließlich zu Abend gegessen haben. Auf dem ersten Teil hat uns der Nachbarshund Aussie begleitet, was sein Frauchen gar nicht so witzig fand. Sie hat ihn/ uns dann kurz vor dem Bulman gefunden und Benny gewaltsam ins Auto gezerrt hat - was wir dann nicht so witzig fanden (und Aussie wahrscheinlich auch nicht). Aber der Arme hätte möglicherweise wirklich nicht mehr zurück gefunden und hätte uns ins Bulman begleiten wollen.

Silvester – Teil 2

Am Samstag gab’s ein spätes und ausgiebiges Frühstück bevor wir Sonja und Mike in Cork vom Flughafen abholten. Von dort fuhren wir direkt weiter nach Cork City, um dort auf den English Market zu gehen. Dort haben wir an den Delikatessenständen so richtig zugeschlagen und uns mit Gemüse, Käse, Wurst und Brot für die nächsten 3 Tage eingedeckt. Zurück in Kinsale wurden die ganzen Köstlichkeiten angerichtet und anschließend genüsslich verspeist!

Silvester – Teil 1

Über die Silverstertage hatten wir Irina, Sonja, Andi und Mike als erste Besucher aus Deutschland (naja, zumindest sind sie alle in Deutschland geboren, auch wenn aus diesem Kreis mittlerweile nur noch Irina unserer Heimat treu geblieben ist und die anderen in Solothurn bzw. New York leben) hier in Kinsale zu Gast. Da wir ja selbst noch neu sind in diesem Land, hatten wir natürlich noch kein „Standardprogramm“ für Besucher in der Hinterhand und ließen es ganz langsam angehen. Im Nachhinein hätten wir es nicht besser planen können.

Irina und Andi kamen am Freitag fast zeitgleich mit uns in Cork an, von wo wir dann mit dem 7-sitzigen Mietwagen und unserem Auto zu unserem Haus fuhren. Dort packten wir nur kurz unser Gepäck aus, fuhren dann nach Kinsale rein und zeigten Irina und Andi unsere neue Heimatstadt. Am frühen Abend gingen wir dann ins Man Friday um leckeres Seafood zu essen und ließen den Abend schließlich zuhause gemütlich ausklingen.

Welcome Avery!

Nach den Weihnachtsfeiertagen bin ich für nur einen Abend nach Regensburg gefahren (davor bin ich mit Mike nach Nürnberg gefahren, wo wir mit unserem fränkischen Kumpel Tommi traditionell im Karstadt Steaks gegessen haben – für mich definitiv die Steaks des Jahres 2007!). Wie gesagt war ich nur einen Abend in Regensburg (leider), aber genau diesen Tag hat sich Miss Avery Reagan North entschlossen zur Welt zu kommen. Da sich der stolze Papa Will uns umgehend darüber informiert hatte, luden wir ihn doch gleich abends zum Italiener ein, um diesen Anlass mit Jörg (der mir vorher noch einen ordentlichen Haarschnitt verpasst hat), Tobi, Stephan, Tom, Tina und Prosecco, viel Wein und Zigarren gebührend zu feiern.

Im Fränkischen nennt man diese Art Umtrunk ja auch „brunzen lassen“. Sinn ist es, dass alle Beteiligten extra viel trinken, damit das Neugeborene mit einen gesunden Stoffwechsel gesegnet wird (Sonja, Ute, Tommi, korrigiert mich, falls ich eure fränkischen Traditionen hier nicht 100%ig korrekt wiedergebe).

Weihnachten

Zu Weihnachten schenkt man sich in Irland Christmas-Crackers. Die kann man in jedem Laden kaufen, denn das ist das Standardgeschenk, ohne das hier gar nichts geht. Denn schließlich kommen aus den Crackern die albernen Weihnachtshüte oder –kronen, die man dann überlicherweise solange trägt, bis sie sich von selbst auflösen. Damit meine Kumpels Andi, Schoppi, Fuzzy, Arndt, Mike und das Luder in den Genuss echter irischer Weihnachts-Cracker kommen, bin ich an Heiligabend nach Deutschland geflogen und nach Oberschwaben gefahren, wo ich die ganze Bande dann am 1. Weihnachtsfeiertag zum traditionellen „Siedler von Großcatan“ und dem anschließenden Christbaumloben getroffen habe. Gut das meine Eltern mal wieder einen sehr schönen Christbaum hatten, den man ausgiebig loben (und dementsprechend viel Schnäpse trinken) konnte. Herrlich!

Apropos Weihnachten: Man sagt, die Iren würden 2 Tage im Jahr ganz besonders genießen: Weihnachten und den Sommer…