Samstag, 8. März 2008

Sportschau

Dank meines Freundes Mike kann ich nach langer Abstinenz wieder Bundesliga schauen. Danke, Mike!

Er hat mir den Tip gegeben, Save.tv auszuprobieren. Fuer nur 4.99 Euro im Monat kann man dort alle deutsche Fernsehprogramme auf einem virtuellen Videorecorder vormerken und anschliessend runterladen oder direkt im Internet anschauen.

Das ist natuerlich nur fuer all diejenigen wirklich interessant, die kein deutsches Fernsehen empfangen koennen, denn wer in Deutschland oder zumindest in Reichweite wohnt, bekommt ja das Fernsehprogramm sozusagen frei Haus geliefert.

Selbstverstaendlich ist die Sportschau schon fuer Wochen im Voraus programmiert. Denn das ist DIE Sendung, die "uns" am meisten abgeht. Mit dem richtigen Player (DivX) und dem richtigen Verbindungskabel zum Flachbildschirm-TV ist die Qualitaet erstklassig. So koennen "wir" die Sportschau fast wie daheim geniessen. Nur meist einen Tag zeitversetzt, weil es fast 2 Stunden dauert, bis die ganze Datei runtergeladen ist.

Samstag, 1. März 2008

Objektiv

Ach ja: Das Objektiv, das wir ausprobiert haben, als wir Michael Dorgan kennen lernten, haben wir uns für unseren nächsten Urlaub gekauft. Der Unterschied wird im Vergleich zum Weitwinkelobjektiv offensichtlich.


Und auch die ersten Bilder sind vielversprechend.



Es scheint also als wären wir für die namibischen Leoparden und sonstigen Kätzchen gerüstet.


Der Geschichtenerzähler Michael Dorgan

Michael haben wir getroffen, als wir mein neues Kameraobjektiv am Coastal Walkway am Charles Fort ausprobiert haben. Er fragte, ob wir ihm seine neue Kamera erklären könnten, da wir ja mit einem solchen Objektiv offensichtlich Profis sein müssten. Wir versicherten ihm glaubhaft, dass das Objektiv neu und bei Weitem professioneller ist als der Fotograf. Geholfen haben wir ihm natürlich trotzdem.

Während ich mich mit seiner Kamera beschäftigt habe, hat er angefangen, seine unzähligen Geschichten zu erzählen… Eine kleine Auswahl:

Seine zahlreichen Reisen führten in unter anderem schon sechzehn Mal nach Marokko. Einmal wurde er von jemandem abgeholt, der ein Schild mit seinem Namen hoch hielt. Allerdings war sein Name auf dem Schild falsch geschrieben. Statt Michael Dorgan stand dort Michael Jordan. Aus nachvollziehbaren Gründen erwarteten die Leute an diesem Flughafen einen sehr großen, muskulösen, schwarzen (politisch korrekter: dunkelhäutigen) Mann. Deshalb bildete sich in der Ankunftshalle eine große Menschentraube. Als sich jedoch herausstellte, dass der kleine, weiße Ire mit dem Bierbauch der erwartete Mann auf dem Schild war, war die Enttäuschung natürlich groß…

Michael liebt Marokko auch wegen der Kultur des Geschichtenerzählens. Diese wird dort auf den öffentlichen Plätzen gepflegt, wo sich meist ein großes Publikum um die Erzähler schart. Anschließend gehen die Zuhörer nach Hause und erzählen dort ihre Fassung der Geschichten. Diese Tradition gleicht anscheinend stark der irischen Erzählkultur, die Michael sehr offensichtlich selbst gut und gerne pflegt. Er hat uns einige Beispiele für die blumige Ausdrucksweise der Iren gegeben. Zum Beispiel sagt man in Irland nicht einfach, dass jemand betrunken war. Sondern man drückt es viel anschaulicher aus und sagt zum Beispiel, dass jemand auf dem Heimweg beide Seiten der Strasse gesehen hat oder dass jemand mit halbseitig hängendem Kopf im Pub saß.

Und dann hat er uns noch die Geschichte von dem alten Iren erzählt, der sich vor dem Heimweg vom Pub eine kleine Whiskeyflasche in die Hosentasche gesteckt hatte, damit er zuhause noch einen Betthupferl trinken konnte. Zuhause angekommen, polterte er, aufgrund seines erhöhten Alkoholgenusses erst mal gegen die Wand. Darauf hin spürte er wie eine Flüssigkeit sein Bein hinab floss. Da er selbst kaum mehr aus den Augen sah, bat er seine inzwischen aufgewachte Frau, ihm zu versichern, dass es Blut war, das ihm da am Bein hinunter lief – und nicht sein guter Whiskey…


Schaltjahr

Bekanntlich befinden wir uns in einem Schaltjahr und haben gestern den zusätzlichen Tag in diesem Jahr erlebt. In Deutschland sind mit diesem Tag – zumindest meines Wissens - keine besonderen Traditionen verbunden. In englischsprachigen Ländern – und damit natürlich auch in Irland – schon. Die Tradition gestattet es Frauen nur in Schaltjahren Männern einen Heiratsantrag zu machen.

Diese Tradition soll – wie kann es anders sein – ihren Ursprung in Irland haben. Der Legende nach soll sich die Heilige Bridget beim Heiligen Patrick im Namen aller Frauen beklagt haben, dass Frauen zu lange auf Heiratsanträge warten müssen. St. Patrick soll nicht lange gefackelt und verfügt haben, dass ab sofort auch Frauen um die Hand eines Mannes anhalten können - aber nur in Schaltjahren.

Komisch ist nur - wie findige Geschichtswissenschaftler festgestellt haben - dass die Heilige Bridget zum Zeitpunkt der Einführung dieser Tradition gerade mal 5 Jahre alt war. Scheint wohl ein ganz frühreifes Früchtchen gewesen zu sein…

Wie dem auch sei – Frauen scheinen diese Tradition zu lieben. Allein in England wurde Hochrechnungen zu Folge für den gestrigen Tag mit über 14.000 Heiratsanträgen von Frauen gerechnet. Wie viele es dann tatsächlich waren und wie viele davon erfolgreich waren, kann freilich noch nicht berichtet werden.

Übrigens heißt Schaltjahr im Englischen „leap year“ was am besten mit Sprung oder Satz übersetzt wird. Deswegen werden in hier in Irland Frösche mit Schaltjahren assoziiert.


Samstag, 23. Februar 2008

Der Dachs

Während Michaela mit Seamus Englisch büffelte, fuhr ich kurz zum Einkaufen. Unterwegs entdeckte ich keine 2 km von unserem Haus entfernt ein Prachtexemplar eines Dachses – leider tot, wahrscheinlich von einem Auto angefahren. Der Größe nach zu urteilen war es ein ausgewachsener Männchen, denn er war geschätzte 90cm lang.

Der Größe nach zu urteilen war es ein ausgewachsener Männchen, denn er war geschätzte 90cm lang. Der Dachs (auf Englisch übrigens „Badger“ wie mir Seamus anschließend erklärte) ist Mitteleuropas größter Marder, gehört damit zur Familie der Hunde und lebt normalerweise in Wäldern, wo er für sich und seine Familie einen riesigen Bau gräbt. Umso verwunderlicher, dass dieser Dachs in dieser Gegend hier lebte, wo es doch auf der Halbinsel Preghane kaum Wälder gibt. Eigentlich bleibt nur das kleine Waldstück beim Carlton Hotel, welches ca. 1km von der Fundstelle entfernt liegt.



Englischkurs

Wir in den letzten beiden Wochen nun endlich mit den ersten unserer insgesamt je 100 Englischstunden begonnen, die Teil unseres Umzugspakets sind. Obwohl Michaela sich natürlich auf ganz anderem Level verbessern möchte als ich, haben wir denselben Lehrer. Seamus (gesprochen „Scheimus“) ist – wie wir es uns gewünscht haben - Ire und bringt uns neben Englisch auch ein bisschen Irisch bei. Das hört sich vielleicht komisch an, ist aber durchaus ernst zu nehmen. Denn selbst unsere Kollegen aus England tun sich mitunter schwer, die Iren mit ihrem extremen Dialekt zu verstehen.

Wir haben fest vor, konsequent mindestens 1 Englisch-Stunde pro Woche zu nehmen. Michaela hatte heute Vormittag gleich eine Doppelstunde. Dafür kam Seamus extra zu uns raus nach Kinsale. Normalerweise treffen wir ihn aber im Büro in Cork. Doch heute hat er die Gelegenheit genutzt, um anschließend ein paar Freunde in Kinsale zu treffen.



Sonntag, 17. Februar 2008

Giovanni Trapattoni

Die Sensation ist perfekt: Giovanni Trapattoni wird im Sommer die Irische Fußballnationalmannschaft übernehmen. Damit haben auch „unsere“ Jungs wieder bessere Chancen bei der WM 2010 dabei zu sein, nachdem sie in der EM Qualifikation kläglich gescheitert sind und vom ganzen Land als Weicheier verspottet wurden.

Die WM-Qualifikation beginnt für Irland am 6. September in Georgien. Neben Bulgarien, Zypern und Montenegro steht zudem das nun brisante Duell mit Weltmeister Italien an.



Übrigens: Der Irische Fußballverband könnte sich Trapattoni eigentlich gar nicht leisten. Ein irischer Geschäftsmann soll den Gerüchten zufolge die Hälfte der jährlich 2 Millionen Euro übernehmen. Das hat in den irischen Medien heftige Debatten über die Ethik und Unabhängigkeit des Irischen Verbandes ausgelöst. Obwohl der irische Geschäftsmann beteuert, dass er keinerlei Ambitionen habe, Einfluss auf den Trainer zu nehmen, glaubt die Mehrzahl der Iren, dass sich dies spätestens nach den ersten Niederlagen wird.

Auf der anderen Seite sind die Iren absolut überzeugt, dass Trapattonis Philosophie ideal für den Irischen Fußball ist. Eine starke (und harte) Abwehr gilt in Irland als Gütesiegel. Niemand hat hier Angst vor langweiligem, defensivem Ergebnis-Fußball. Denn die Iren wissen, dass sie keine Brasilianer sind – und schon gar keine Schönwetterfußballer.

Südafrika wir kommen!